komische gefühle bei der ki-attribution

das problem mit der kennzeichnung

Ich habe gerade die KI-Leitsätze für die Stadt Bielefeld überarbeitet und bin beim Thema “Kennzeichnung von mit KI generierten Inhalten” hängen geblieben. Obwohl es diese Regel bei uns schon seit 2 Jahren gibt, treffe ich immer wieder auf Texte, die ganz offensichtlich mit KI erstellt worden sind, ich aber keinen Hinweis darauf im Dokument finde. Komisch, oder?

Wenn ich mal an mein eigenes Verhalten denke, dann gab es durchaus Momente, an denen ich mich irgendwie unwohl dabei gefühlt habe, meine eigenen Inhalte entsprechend zu kennzeichnen. Und das war immer dann der Fall, wenn ich eigentlich der Meinung war, das hätte ich auch alleine gekonnt oder sogar machen müssen!

Wenn man sich unwohl dabei fühlt, etwas als KI-generiert zu kennzeichnen, sollte man dafür gar nicht erst KI nutzen!

warum, frägt er! warum?

Dabei gibt es zwei wichtige Aspekte:

Zum einen fühlt man sich unwohl, weil man KI für etwas nutzt, was die eigene Kernkompetenz sein sollte. Wenn ich eine IT-Strategie von einer KI generieren lasse, muss ich mir zu Recht die Frage gefallen lassen, wofür ich dann eigentlich bezahlt werde. Wenn eine KI das ausreichend gut kann, bin ich überflüssig. Das könnte zumindest die Bewertung von außen sein, die wir befürchten.

Zum anderen kann man schnell ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn man die KI etwas tun lässt, was man selbst überhaupt nicht kann. Wir suggerieren damit Fähigkeiten, die wir eigentlich gar nicht haben. Man schmückt sich sozusagen mit fremden digitalen Federn. Auch irgendwie unangenehm…

und nu´?

Wie kommen wir da raus? Naja, im ersten Fall sollten wir KI nicht dafür nutzen, unsere eigene Kernkompetenz zu ersetzen. Wir sollten KI auf eine Unterstützungsrolle reduzieren und dann transparent damit umgehen, dass wir bei der Fleißarbeit, z. B. der Recherche, von einer KI unterstützt wurden.

Im zweiten Fall ist auch Transparenz das Mittel der Wahl. Wenn ich mit Claude Code etwas programmiere, mache ich immer eindeutig klar, dass die Arbeit von einer KI erledigt wurde. Gleichzeitig finde ich aber auch wichtig, dass ich bei diesem Beispiel nicht gänzlich ahnungslos von der Materie bin. Ich habe grundsätzlich schon mal Programmieren gelernt, es war aber nie mein Beruf. Ich kann also den Code, der von der KI erzeugt wird, lesen und verstehen. Meiner Meinung nach geht das auch nicht anders. Wenn ich etwas mit KI mache, von dem ich wirklich null Ahnung habe, kann ich die Ergebnisse auch nicht auf Plausibilität prüfen.

In diesem Fall gilt für mich: Finger weg von KI!

Hinweis: Dieser Text wurde mit Claude Sonnet 4.8 auf Grammatik und Rechtschreibung überprüft.